Unglückliches ‚Comeback‘ beim Race Around Austria 2017

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Unglückliches ‚Comeback‘ beim Race Around Austria 2017

Das größte Extremradrennen Europas sollte im heurigen Jahr neben dem Glocknerman/Ultraradmarathon WM der zweite große Höhepunkt sein.

Als Ehre des Dreifachsiegers aus den Jahren 2010 – 2012 wurde ich als letzter der 32 Solofahrer am Dienstag dem 8. August um 20:44 Uhr von der Startrampe in St. Georgen/Attergau ins Rennen geschickt.
Dabei wurde das Starterfeld in zwei Startblöcken aufgeteilt. Der Großteil startete daher bis zu 11 Stunden davor.

Holprige Startphase
Bereits 50 Kilometer nach dem Start – auf dem Weg ins Mühlviertel – zog das erste Gewitter auf, das auf den nächsten 150 Kilometern bereits das Vorankommen erschwerte. Somit ging es mit einer feucht- kalten Nach durch das hügelige Mühlviertel. Danach dauerte es bis in die Mittagsstunden, dass die Sonne wieder zum Vorschein kam und die Temperaturen angenehmer wurden.
Nach gut 420 Rennkilometern war das Weinviertel erreicht und somit hatte sich das Wetter schlagartig auf Hochsommer mit starkem Gegenwind geändert.
Diese Wettersituation belastete mich neuerlich und ich musste kurz vor einem Kreislaufkollaps am Neusiedler See vom Rad. Danach ging es in die zweite Nacht und so langsam fand ich wieder meinen gewohnten Tritt.

Wettersturz vor Halbzeit
Nach der Soboth bei Rennkilometer 970 begann das Wetter mit ersten Gewittern umzuschlagen.
Kurz vor Halbzeit war dann die prognostiziere Kaltfront in Form eines Unwetters im Gailtal eingetroffen. Starkregen und Straßensperren zwangen mich Umleitungen in Kauf zu nehmen.
Ab der Auffahrt zur Großglockner Hochalpenstraße setzte Dauerregen ein – der vor allem die Abfahrt in den Nachtstunden zur Hölle werden ließ. Gefühlt dauerte die Abfahrt länger als die Auffahrt …

Nach dem Gerlospass schlug die Kälte zum ersten Mal durch. So erreichte ich mit Schüttelfrost das Zillertal. Bei Dauerregen musste ich wieder einen längeren „Aufwärme- stopp“ einlegen und erste Anzeichen gesundheitlicher Angeschlagenheit machten sich breit. Auf den weiteren 100 Kilometern wechselte permanent das Wetter zwischen Trockenphasen und Gewitter. Dieser Umstand verschlimmerte meinen gesundheitlichen Zustand permanent.

Bei +2 Grad Regen und Wind erreichte ich nach fast drei Renntagen das Kühtei. Nach einem Gesundheitscheck durch meinen begleiteten Teamarzt stellte sich die Situation als sehr kritisch dar, jedoch ich entschloss mich für die Weiterfahrt – die sich schlussendlich als „Gnadenschuss“ herausstellte.
Somit konnte mein Teamarzt im Ötztal ein Weiterfahren ohne Ausschluss einer längerfristigen gesundheitlichen Schädigung nicht mehr verantworten und das „Team Edi Fuchs“ entschied unter diesen Umständen das Rennen abzubrechen.

Somit ist mein Saisonhöhepunkt sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Jetzt steht die Genesung und Erholung im Vordergrund, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden bzw. Ziele für die Zukunft definiert werden.

Fazit zum Race Around Austria 2017
Meines Erachtens bin ich topfit und hoch motiviert mit meinem großartigen Team ins Rennen gestartet. Durch die Aufteilung des Starterfeldes in zwei Startgruppen war der zweite Start-Block, in dem auch ich mich befand, aufgrund des Wetters extrem benachteiligt. Die Fahrer dieses Blocks bekamen alle Wettereinflüsse in voller Kraft zu spüren. Einzig und alleine der grandiose Sieger Markus Hager ließ sich davon nicht abhalten, sein Rennen optimal durchzusetzen und gewann als erster Deutscher in 92 Stunden 30 Min. das renommierteste Extremradrennen Europas!

HP: Race Around Austria
Fotos RAA 2017
Ergebnisliste