4 Tage 5 Stunden und 11 Minuten – in dieser Zeit konnte der Steirer Edi Fuchs das 2 158 Kilometer lange Race Around Ireland für sich entscheiden. Damit kürt sich Fuchs zum UMCA – Ultracycling- Europan Champion.
Beim zweitlängsten Extremradrennen der Welt konnte die Konkurrenz Edi Fuchs nur am Anfang Paroli bieten. Nach dem Start – vor dem weltberühmten Trim Castel (Braveheart) in Trim – wurden die ersten 300 Rennkilometer vorallem von weiteren vier Sieganwärtern relativ schnell in Angriff genommen. Jedoch nach 400 Rennkilometer – am nördlichsten Punkt der Insel in Malin Head – wurden die Karten neu gemischt. Danach matchte sich Fuchs noch mit dem Dänen Peter Sandholt an der Spitze. Die Führung wechselte immer wieder – Fuchs übernahm die Spitze in den zahlreichen Anstiegen, Sandholt kämpfte sich in der Abfahrt wieder heran und überholte danach in den Flachpassagen.

Start vor dem „Trim Castel“
Vorentscheidung in den Hügeln
Doch bereits am zweiten Renntag konnte sich Fuchs einen Vorsprung auf den Dänen und der weiteren Konkurrenz herausarbeiten, der im Laufe des Rennens größer und größer wurde. Dem gebürtigen Bad Radkersburger kam es auch entgegen, dass der Mittelteil des Rennens mit einer schier unendlichen Anzahl an kurzen, giftigen Anstiegen übersät war. Bis zu 23 Steigungsprozente wies der Kurs rund um Irland phasenweise auf. Gerade diese Passagen waren es, in denen Fuchs die meiste Zeit auf die Konkurrenz herausfahren konnte. So war nach Halbzeit des Rennens klar, dass der Sieg in Griffweite war.
Auf Du und Du mit der einheimischen Tierwelt
Langeweile kam während des Rennens im kühlen Irland für Fuchs jedoch nie auf. Auf der Königsetappe (Timestation 13 bis Timestation 14) wurde der Sonderpreis „King of South“ vergeben. In diesem Sektor über 127 Kilometer waren sechs selektive Bergpassagen eingebaut. Davon gut zwei Drittel auf schmalen Bergstraßen. Öfters war es notwendig sich den Weg durch Schafsherden zu suchen um weiter voran zu kommen. Trotz Zusatzherausforderung konnte Fuchs diesen Sektor als Schnellster bewältigen und bereits nach Halbzeit des Rennens seinen ersten Titel – „King of South“ einfahren.

King of Ireland
Nicht umsonst wird das Race Around Ireland als DAS herausforderndste 2 000er Ultraradrennen in der Szene bezeichnet. Vor allem in der zweiten Rennhälfte waren es die unendlichen Steigungen, der permanente Wind sowie die schlechten Straßenbedingungen, die Mensch und Material alles abverlangten. „Trotz speziellen Materialien meiner Sponsoren hatte ich am letzten Renntag teilweise ernsthafte Probleme den Lenker fest in der Hand zu halten“, so Fuchs.
Am Donnerstag um 21:09 Uhr war es schließlich so weit. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von beinahe 22 km/h erreichte Fuchs nach 101 Stunden und 11 Minuten das Ziel in Navan bei Dublin. Mit einem starken Finish im letzten Rennabschnitt – über die Wicklow Mountains – konnte er sich nämlich einen Vorsprung von nicht weniger als 15 Stunden – oder 280 Kilometer – auf das gesamte restliche Fahrerfeld erarbeiten. Das bedeutet einen größeren Abstand zwischen dem Ersten und dem Zweiten, als zwischen dem Zweiten und dem Letztplatzierten des Rennens.

Letzte Anstiege in den Wicklow- Mountains
Dass ich meine Leistung zu 100 Prozent abrufen konnte, verdanke ich wieder einmal meiner kompletten Crew. Ich konnte meinem Team in jeder Phase voll vertrauen und wurde bestmöglichst unterstützt. Alleine das Navigieren zählt zu den großen Herausforderungen bei diesem Rennen – aber dies konnte meine Crew optimalst lösen! Ebenfalls ist es für mich erstaunlich ohne Materialdefekte am Rad und den Begleitfahrzeugen das Rennen gefinisht zu haben. Die größte Herausforderung war für mich sicherlich, dass zu 80 Prozent der Straßenbelag extrem schlecht war. Am dritten Renntag hatte ich ernsthafte Probleme das Rad sicher in der Hand zu halten und dies machte das Vorankommen teilweise auch sehr schwierig. Aber genau das macht es aus, warum das RAI mit keinem anderen Rennen vergleichbar ist.
Ultracycling Europameister
Im Rahmen des Rennens wurde nicht nur der Sieg des Race Around Ireland 2014 vergeben, sondern auch der Titel „European Long- Distance Champion“ der UMCA (UltraMarathonCyclingAssociation).
Ergebnis:
1. Eduard Fuchs – AUT – 101:11
2. Sean Hernon – IRL – 115:38
3. Mario Fonseca – POR – 117:48
4. Peter Sandholt – DÄN – 118:26
5. Valerio Zamboni – MC – 123:19
Weitere Infos:
– www.racearoundireland.com
– Fotos