Bereits zum vierten Mal startete Edi Fuchs beim wohl am stärksten besetzten Extremradrennen der Welt – dem Race Around Slovenia.
1189 Kilometer gespickt mit 13 600 Höhenmetern nonstop, Startzeit Donnerstag dem 10. Mai 2012 um 20:36 Uhr. Das sind die nackten Zahlen des Race Around Slovenia 2012.
Als zweifacher Sieger des Race Around Austria zählte Fuchs bei den Organisatoren zu den Favoriten. „Slowenien ist schon immer sehr früh in der Saison, wo meine körperliche Verfassung noch nicht so stabil ist. Dadurch war mein Ziel in erster Linie ein gutes Rennen abzuliefern und das Podium zu erreichen. Weitere Ziele waren einige neue Team-Abläufe sowie eine neue Ernährungsstrategie in das Rennen umzusetzen“, so Fuchs. Aufgrund der Vorbereitungen konnte Fuchs das Ziel realistisch ins Auge fassen.
Am Donnerstag, 20 Uhr, rollte der erste Teilnehmer von der Startrampe. Aufgrund der Startzeitenziehung waren die Favoriten im Starterfeld verteilt. Als erster der Favoriten startete Christoph Strasser. Edi`s Startzeit lag in etwa in der Mitte der gesamten Teilnehmer, bereits 90 Sekunden dahinter der Vorjahressieger Marko Baloh.
Nach einer verhaltenen Startphase merkte Edi ab 120 Rennkilometern, dass der Magen noch immer nicht richtig funktioniert. Dies zog sich bis zu Rennkilometer 280 hin. „Durch diese Magenverstimmung, die ich mir im Vorfeld eingefangen habe, musste ich bereits in der Anfangsphase einige Körner liegen lassen.“
Über den höchsten Punkt des Rennens – dem Vrsic- Pass konnte Edi wieder den gewohnten Tritt aufnehmen und die Aufholjagd starten. Ab diesem Zeitpunkt begann bereits unter fünf weiteren Teilnehmern der „Kampf“ um einen Stockerlplatz, denn Christoph Strasser und Marko Baloh hatten schon dementsprechend große Vorsprünge.
In der zweiten Hälfte der zweiten Nacht waren noch von den anfänglichen Magenproblemen die Nachwehen zu spüren, sodass noch kein optimales Tempo gefahren werden konnte.
Mit den ersten Sonnenstrahlen kam auch die vollständige Energie wieder zurück und Edi schloss zu Ladler, Ruff, Ratschob und Zotter auf. Damit war von Platz drei bis Platz sieben alles möglich.
So wurde 200 Kilometer vor dem Ziel – angetrieben vom großartigen Betreuerteam – der Angriff auf den 3. Platz gestartet. Nach 1 189 Kilometer, 13 600 Höhenmetern, 44 Stunden und 32 Minuten konnte lediglich Simon Ruff nicht abgefangen werden, der anscheinend auf den letzten 150 Kilometer ins Ziel flog. Zu dieser Rennzeit wurde aber eine 15- minütige Zeitstrafe dazugerechnet, die Edi wegen überfahren einer Kreuzung bei orange erhielt. Damit ging der 4. Gesamtplatz an den Grazer Severin Zotter verloren und Edi begnügte sich mit dem 5. Platz.
Großartiger Sieg und erster ausländischer Sieger – Christoph Strasser
Nach vier Siegen in Serie vom verstorbenen Jure Robic, blieb auch 2011 der Sieg durch den Slowenen Marko Baloh fest in slowenischer Hand. Daher wurde es höchste Zeit für den ersten ausländischen Sieg. Und dieser gelang keinem geringeren als dem aktuellen Race Across America Sieger Christoph Strasser. Christoph war in den letzen Jahren schon öfters sehr knapp dran, jedoch im heurigen Jahr konnte er durch eine fulminante Leistung einen Start – Ziel Sieg hinlegen. Immerhin betrug der Vorsprung fast 2 ½ Stunden auf Marko Baloh.
Das Endresümee fällt daher zwiespältig aus. Auf der einen Seite konnten neue Rennerfahrungen mit der grandios arbeitenden Betreuercrew gesammelt werden und auf der anderen Seite wurde der angepeilte Podestplatz nicht erreicht. „Strasser und Baloh waren unerreichbar, jedoch Ruff und Zotter waren jederzeit greifbar vorallem wenn man bedenkt das Ruff sich auch unerlaubt Vorteile durch sein Pace Car verschuf.“
Der absolute Saisonhöhepunkt bleibt natürlich das am 15. August startende Race Around Austria. In den nächsten Tagen wird entschieden, welche Rennen bis dahin bestritten werden.
Endergebnis:
1. Christoph Strasser – AUT – 40:08
2. Marko Baloh – SLO – 42:33
3. Simon Ruff – SUI – 43:48
4. Severin Zotter – AUT – 44:33
5. Eduard Fuchs – AUT – 44:57 (15 min Strafe)
Vollständige Ergebnisse hier