Großartiger 8. Platz bei der RAAM-Premiere

Home / News / Großartiger 8. Platz bei der RAAM-Premiere
Großartiger 8. Platz bei der RAAM-Premiere


Neun Tage, 21 Stunden und 21 Minuten – so lang hat der steirische Extremradfahrer gebraucht, um die Zielflagge in Annapolis bei Maryland zu erreichen. Für Fuchs war es die Erfüllung eines Kindheitstraums. Unterm Strich schaute bei der ersten Teilnahme beim härtesten Radrennen der Welt Platz Acht heraus.

Bereits beim Start zur 32. Auflage des längsten Radrennens der Welt konnten Fuchs und sein Team auf die erste „Meisterleistung“ zurückblicken. Innerhalb von neun Monaten wurde das erstmalige Antreten realisiert. Von September 2012 bis Ende Februar 2013 bestand der Großteil der Vorbereitung daraus, Sponsoren für das Projekt zu finden. Damit konnte erst drei Monate vor dem Start mit der konkreten Umsetzung und Organisation begonnen werden.
Beim Start zum RAAM wurde den Teilnehmern klar, dass diese Veranstaltung eine Härteprobe für Mensch und Material werden würde. Natürlich auch das Betreuerteam spielt in allem Bereichen eine entscheidente Rolle.  Schon nach einigen Kilometern ging es in die Wüste – bei zirka 50 Grad. Auch die Rocky Mountains standen im ersten Renndrittel auf dem Programm.
Start mit „Anlaufschwierigkeiten“
Trotz der zehntägigen Akklimatisierung-Phase vor dem Start in der Wüste begannen hier die ersten Probleme bei Edi Fuchs. Temperaturen knapp unter +50*C  führten zu einem ersten kleinen Tief und es mussten mehr Pausen eingelegt werden als geplant. Und so rangierte Fuchs lange Zeit zwischen den Plätzen 10 und 15. Erst nach 800 Rennkilometern fand Fuchs seinen Rennrhythmus und arbeitete sich nach einem Drittel der Renndistanz bis auf den sechsten Platz vor.
Doch gerade in dieser Zeit, gab es für den gebürtigen Bad Radkersburger die nächsten Rückschläge: Durch die enorme Belastung des Körpers über den langen Zeitraum und der Höhenlagen taten sich alte Schwachstellen in Fuchs Körper wieder auf. Zuerst war es ein wundgescheuertes Gesäß und dann kamen auch noch Probleme mit dem Knie dazu. Gerade in dieser Phase war die Crew gefordert – im besonderen Teamarzt und Physiotherapeut. In den darauffolgenden Tagen wurden beide Probleme jedoch soweit in den Griff bekommen, dass diese „Problemzonen“ im letzten Renndrittel keine Rolle mehr spielten. Am siebten Renntag war sogar der wundgescheuerte Hintern fast abgeheilt.
Am Missisippi beginnt das Rennen …
Die Bundesstaaten Missouri und Illinois werden sicherlich länger in Erinnerung bleiben – aber leider nicht positiv!
Die vorgegebene Rennstrecke führt nicht nur über stark befahrenen Highways, sondern auch über stark befahrene zweispurige schmale Straßen. Und genau dort wird man als Radfahrer ignoriert und nicht geduldet. Dabei kam es zu lebensbedrohlichen Situationen und diversen Beschimpfungen der Autofahrer. „Spätestens als ich durch den Spiegel eines BigUps in den Straßengraben katapultiert wurde, realisierte ich den Ernst der Lage“, so Fuchs.
Nach 4500 KM vor dem aus
Die Anhäufung aller Strapazen führte dazu, dass Fuchs in West Virginia – nach zirka 4.500 von 5.000 absolvierten Kilometern – einen längeren Aufenthalt einlegen musste. Dort fiel nach mehreren Stunden die Entscheidung, dass der Grazer noch einmal aufs Rad steigen würde, um die letzten Kilometer in Angriff zu nehmen.
Wie schwierig die abermalige Belastung des Körpers für Fuchs war, gab er gleich nach der Weiterfahrt klar zu verstehen: „Mir kommt vor, als würd ich mit einem Beton-Radl unterwegs sein“. Aber nach einigen Kilometern lief der Körper wieder auf Betriebstemperatur und er konnte seinen Weg in Richtung Ostküste fortsetzen.
Nach über einer Woche auf dem Rad, nur durch wenige Stunden Schlaf unterbrochen, waren einige der körperlichen Probleme auf die psychischen Strapazen während des Rennens zurück zu führen.
Für Edi Fuchs zählte nur mehr die Ankunft im Ziel. Trotz aller Probleme reichte es schließlich noch zu einem tollen achten Platz. Die über 400 Kilometer nach dem letzten Stopp zogen sich für Fuchs zwar wie Kaugummi, aber die Aufgabe war zu keinem Zeitpunkt ein Thema.
Spektakulärer Zieleinlauf
Drei Meilen vor der inoffiziellen Ziellinie, bei der die Zeit gestoppt wurde, schloss der in Oceanside zwei Minuten hinter Fuchs gestartete Geri Bauer auf. „Mir geht’s noch so gut – jetzt sprinten wir um die Plätze“, meinte Bauer. Gesagt getan – und so kam es nach 3000 Meilen zu einem „Sprintfinale“ um den 8. Gesamtplatz. Obwohl Geri Bauer den „Sprint“ für sich entschied reichte sein Vorsprung nicht aus. Das Ergebnis: Eine Minute Zeitdifferenz zwischen Fuchs und Bauer. Damit gingen sie in die RAAM-Geschichtsbücher ein. Es war der knappste Zeitabstand zwischen zwei Fahrern in der RAAM-Historie.
Die eigene körperliche Leistung ist die eine Seite – die Unterstützung von Sponsoren, Ausstattern und dem Betreuerteam die andere Seite.
„Daher möchte ich mich bei allen Sponsoren und Ausstattern, meinem perfekten Betreuerteam, sowie Personen, die mich in der Vorbereitung zusätzlich unterstützt haben, herzlichst bedanken. Den Erfolg will ich den Menschen widmen, die an mich geglaubt haben!“

Ergebnis: (Top10 Männer Solo)

  1. Christoph Strasser – AUT   7d 22h 11m (neue Rekordzeit)
  2. Dani Wyss – SUI  8d 20h 31m
  3. Reto Schoch – SUI 9d 01h 03m
  4. Mark Pattinson – GBR  9d 06h 18m
  5. Marko Baloh – SLO  9d 09h 51m
  6. David Misch – AUT  9d 14h 13m (Rookie oft he Year)
  7. Jason Lane – CAN  9d 16h 03m
  8. Eduard Fuchs – AUT  9d 21h 21m
  9. Gerald Bauer – AUT  9d 21h 22m
  10. Franz Preihs – AUT  10d 08h 17m
alt

alt

alt
alt
alt
alt
alt
„Am Ziel der Träume“ – Annapolis

>> weitere Bilder <<