Nur zweieinhalb Wochen nach dem Race Around Slovenija holte Edi Fuchs den 3. Gesamtplatz und den Vizeweltmeistertitel in seiner Altersklasse bei der Ultraradmarathonweltmeisterschaft.
Nur wenige Tage nach Slowenien wurde die Entscheidung gefällt, beim Glocknerman 2011 der über 1016 km mit 16 000 Höhenmetern führt, an den Start zu gehen und um den Ultraradmarathonweltmeistertitel mitzufighten. Trotz der enormen Belastung in Slowenien verlief die erste Regenerationsphase optimal, jedoch eine Woche vor dem Start schlich sich eine Verkühlung ein, die vermutlich durch die Klimaanlage im Flugzeug begünstigt wurde.
Am Donnerstag erfolgte bei frühsommerlichem Wetter der Start im Schwarzl Freizeitzentrum südlich von Graz. Die ersten 21 Kilometer wurden neutralisiert zurückgelegt, bevor es nach Preding offiziell losging. Gewohnt offensiv startete Edi ins Rennen, sodass nach dem ersten Anstieg nach Kitzeck von den 22 Startern nur noch neun in der Spitzengruppe waren. Für Edi war die Gruppe aber noch immer zu groß, so dass er auf dem zweiten Anstieg auf die Soboth neuerlich das Tempo forcierte. Das Ergebnis war, das Edi mit drei Schweizern (Thomas Ratschob, Simon Ruff und Kevin Biehl) in der Spitze übrig bleb. Auf den weiteren Streckenabschnitten nach Winklern funktionierte die Spitzengruppe sehr gut, und nach 10 Stunden waren die ersten 314 km herunter gespult. Die Verfolger hatten zu diesem Zeitpunkt bereits über 20 Minuten Rückstand.
Somit ging es auf die beiden 180 Kilometerrunden über den Iselsberg, Lienz, Felbertauern, Zell/See über die Großglockner Hochalpenstraße zurück nach Winklern. „Auf den Felbertauern hinauf musste ich mich schon zweimal an Thomas und Simon zurück herankämpfen“, so Edi. In den frühen Morgenstunden ging es den Großglockner hinauf bei trockenen, aber sehr kühlen Temperaturen. Auch hier konnte Edi das Tempo von Thomas und Simon nicht mitgehen und erreichte ca. 5 Minuten später das Hochtor. Um an das Spitzenduo heranzukommen wurde auf eine Pause verzichtet, das hieß Jacke, Handschuhe und Haube anziehen und runter. Der vierte der Spitzengruppe Kevin Biehl verlor ganz den Anschluss und war ab hier nicht mehr in der Spitzengruppe. In Winklern hatte Edi das Spitzenduo eingeholt, somit war ab der zweiten Glocknerrunde ein Spitzentrio unterwegs. „Die erste Glocknerrunde hatte ich auf allen Anstiegen zu kämpfen, wahrscheinlich hervorgerufen durch den Substanzverlust durch die Verkühlung vor dem Rennen“, so Edi.
Auf der zweiten Runde fand Edi wieder zu „seinem“ Tritt, und fuhr mit Abstand als stärkster den Felbertauern hinauf. Jedoch bei der zweiten Glocknerauffahrt relativierte sich dies wieder, und Edi musste erkennen, dass die beiden Schweizer die schnelleren Bergfahrer sind. Fast ident der ersten Glocknerauffahrt erreichten die ersten drei wieder das Hochtor. Somit gleiche Taktik wie in der ersten Runde um wieder Anschluss zu finden. Erschwerend kam die Glocknerabfahrt bei Regen hinzu, jedoch mit seinen XeNTiS- Laufräder war er immer auf der sicheren Seite. In Winklern war der Anschluss wieder hergestellt. Somit ging das Trio auf die letzten 327 Kilometer. 250 km vor dem Ziel – auf die Windische Höhe versuchte Thomas sein Glück in der Flucht, jedoch in dieser Phase arbeitete Simon und Edi optimal zusammen, sodass er nach 80 km wieder gestellt werden konnte. Aufgrund eines kurzen Stops zum Montieren des Lichts konnte Thomas noch einmal entwischen. Auf der Abtei setzte nicht nur sehr starker Regen ein, sondern Thomas wurde erneut gestellt.
Somit ging es zum „Scharfrichter“ – die Soboth. Auf diesen 10 km mit 1000 Höhenmetern sollte die Entscheidung fallen.
Nach einem Kilometer Bergauf attackierte Simon, sodass keiner der beiden folgen konnte. Edi konnte trotz beherzten Kampfes das Tempo beider nicht halten. „In dieser Phase habe ich schon die „neue“ Verkühlung gespürt, die keine Höhenflüge mehr zuließ“, so Edi. Thomas hatte die gleichen Probleme wie Edi, jedoch erreichte er 4 Minuten vor Edi die Passhöhe und Simon weitere 13 Minuten!! vor Thomas. Damit war die Entscheidung gefallen und auf den restlichen 90 Kilometern änderte sich nichts mehr.
Nach 39 Stunden und 28 Minuten erreicht Edi als Gesamtdritter und als zweiter in der Altersklasse unter 40 das Ziel im Schwarzl Freizeitzentrum.
Edi: „Unter diesen Gesamtumständen bin ich mit diesem Ergebnis auf jeden Fall sehr zufrieden. Ich bin ein gutes Rennen gefahren und wurde bestens von meinem Betreuerteam unterstützt und angetrieben. Ein Stockerlplatz und den Vizeweltmeistertitel in meiner Altersklasse, damit kann ich leben.“
Auf jeden Fall stehen jetzt einige Tage Regeneration und Erholung am Programm.
Ergebnis:
| 1 | Simon Ruff | CHE | 38:45 |
| 2 | Thomas Ratschob | CHE | 39:08 |
| 3 | Eduard Fuchs | AUT | 39:28 |
| 4 | Jacob Zurl | AUT | 41:33 |
| 5 | Christian Burtscher | AUT | 42:30 |
| 6 | Svaťa Božák | CZE | 46:03 |
| 7 | Kevin Biehl | CHE | 47:00 |
| 8 | Thomas Reischütz | AUT | 49:13 |
| 9 | Michael Feth | AUT | 50:30 |
| 10 | Reinhard Wendler | AUT | 51:35 |
Weitere Infos unter http://www.glocknerman.at

Start

Spitzengruppe am Schaidersattel


Team: Joachim, Sabine, ich, Andy und Robert

Siegerehrung Ultraradmarathon- WM