Race Around Austria 2012 – Der harte Kampf zum Triple

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Race Around Austria 2012 – Der harte Kampf zum Triple

Nach dem dritten Sieg beim Race Around Austria könnte man meinen, dass es für mich bereits zur Gewohnheit geworden ist, das Siegespodest zu besteigen. Doch bis ich diesmal das Ziel in St. Georgen im Attergau in neuer Rekordzeit erreichen konnte, musste ich einige Herausforderungen meistern.

So wie im letzten Jahr startete ich auch heuer wieder als Letzter des fast 30-köpfigen Starterfeld von der Startrampe im neuen Start- und Zielort Sankt Georgen im Attergau. Damit war ich wieder der „große Gejagte“, den es zu schlagen galt. Neben mir waren sicherlich noch fünf weiteren Startern Siegchancen zuzurechnen.  Daher bereitete ich mich und mein gesamtes Betreuerteam noch konsequenter vor, um mit bestmöglichsten Voraussetzungen an den Start zu gehen. Meine Leistung, die ich ein Monat davor beim 24h-Rennen in Kaindorf erbringen konnte, bestätigte mich, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Mittwoch 15. August – 10:58 Uhr. Bei hochsommerlichem Wetter rollte ich von der Startrampe. Bereits nach 20 Kilometer konnte ich auf den 2 Minuten vor mir gestarteten Mitfavoriten Geri Bauer auffahren. Nach 50 Rennkilometer passierte uns beim Navigieren aber ein gravierender Fehler. Somit fuhr ich fast fünf Kilometer in die falsche Richtung. Als ich wieder am Ausgangspunkt war, waren gute 15 Minuten vergangen. Damit habe ich mir schon zu Beginn des Rennens einen Nachteil verschafft. Das erklärt auch den anfänglichen Rückstand.

Die ersten Schlüsselpassagen im Rennen kamen nach 150 Kilometer. Durch das hügelige Mühl-, Wald- und Weinviertel konnte ich meinen Rhythmus finden und recht frisch den 2. Renntag beginnen.  Der Höhepunkt des 2. Renntages war sicherlich die Durchfahrt in meiner Heimat wo ich von sehr vielen Fans angefeuert und auch begleitet wurde.

In der zweiten Nacht wurde das Gesamtklassement neu gereiht. So fand ich mich nach meiner Schlafpause zur Halbzeit des Rennens bereits auf den zweiten Zwischenplatz.

Ab dem Großglockner beginnt das Rennen neu

Bei Bilderbuchwetter stand die Großglockner Hochalpenstraße als erste große „Bergprüfung“ am Programm. Nach einer Auffahrtszeit von einer Stunde und 39 Minuten ging es Richtung Zell am See hinunter. Der Gerlospass und das Kühtei waren die weiteren Berge, die sich uns in der dritten Nacht in den Weg stellten. Vor allem das sehr steile (bis zu 18 Prozent Steigung) Kühtei war für mich einer der herausforderndsten Streckenabschnitte des Rennens.

Bis zum Morgen des dritten Renntages verlief bei mir alles nach Plan. Im Paznauntal und bei der Auffahrt zur Bielerhöhe machten sich erste Probleme im linken Knie bemerkbar. Bei der Auffahrt zum Faschinerjoch wurden die Schmerzen immer größer und am Hochtannberg war ein zügiges Vorankommen nicht mehr möglich. Durch eine erste, akute Behandlung von Hannes meinem Therapeuten, war es mir überhaupt erst möglich bis nach Warth hochzufahren. Obwohl ich am höchsten Punkt am Arlberg angekommen war, war ich körperlich und mental am Tiefpunkt. Für mich war es aufgrund der Probleme unvorstellbar das Rennen fortzusetzten. Jedoch nach einer umfangreichen Therapie von Hannes konnte er die Schmerzen vorerst lindern und ich entschied mich bis zum Fernpass weiter zu fahren. Dort angekommen waren die Schmerzen fast weg und ich konnte wieder meinen gewohnten Tritt finden.
Am Fernpass kamen jedoch die Schmerzen zurück und die Moral des gesamten Teams war fast bei null. Nach einer weiteren Behandlung und Spezialbandage konnte ich weiterfahren und wie ein Wunder wurden die Schmerzen immer weniger. Somit konnte ich in Telfs (ca. 370 km vor dem Ziel) wieder „normal“ treten. Zu diesem Zeitpunkt wäre für uns alle schon das Finishen des Rennes ein sehr großer Erfolg gewesen. Da ich an dritter Stelle lag, wäre dies realistisch gewesen.
Spätestens ab Innsbruck fuhr ich dann in die letzte Nacht unter dem Motto „Angriff“.

Letzte Nacht – die Entscheidung

250 Kilometer vor Ende fuhr ich auf den zweitplatzierten Simon Ruff auf, der gerade eine Schlafpause beendet hatte. Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass der 2. Gesamtplatz möglich ist. Aufgrund meiner Streckenkenntnisse benötigte ich nur mehr eine kurze Schlafpause und konnte meine ganze Routine in den Nachtstunden ausspielen.
Als ich 140 Kilometer vor dem Ziel auch noch am Führenden vorbeifuhr,  ging alles Schlag auf Schlag. Mein Vorsprung auf die Verfolger wuchs auf über eine Stunde an und nach dem letzten Berg war ich siegessicher.
Obwohl der  Vorsprung relativ groß war, waren die letzten 70 Kilometer ins Ziel sicherlich mit die schwierigsten für mich. Immerhin plagten mich neben der Müdigkeit auch wieder die Schmerzen im Knie, sodass ich nur mehr sitzend fahren konnte.
Um Punkt 10 Uhr überquerte ich die Ziellinie in St. Georgen im Attergau und beendete das Rennen mit einer Zeit von 95 Stunden und 2 Minuten. Das ich den alten Streckenrekord um mehr als fünf Stunden unterbieten konnte, führe ich auf die optimalen Wetterbedingungen sowie meine persönliche Weiterentwicklung zurück.

Mit Teamleistung zum Erfolg

Dass ich das Rennen zum dritten Mal in Folge gewinnen konnte, konnte ich nicht einmal im Ziel so richtig glauben. Den größten Anteil an meinem Erfolg ist meinem gesamten Betreuerteam zuzuschreiben. Durch unsere gemeinsamen langjährigen Erfahrungen konnten Fehler vermieden werden und neue Herausforderungen gemeistert werden.

DANKE an mein Team – der Erfolg ist eurer!

Ergebnisse RAA 2012 – Herren Solo:

1. FUCHS Eduard 3:23:02 22,62 km/h Schnitt
2. RUFF Simon 4:00:13 22,40
3. EISENBRAUN Johann 4:02:03 22,03
4. BISCHOFF Pierre 4:05:30 21,17
5. BAUER Gerald 4:08:20 20,60
6. RIHTARIC David 4:09:56 20,29
7. EBNER Josef 4:17:00 19,02
8. STINDL Thomas 4:20:15 18,49
9. SINEK Christian 4:22:42 18,11
10. MURARI Giorgio 5:00:13 17,88

Weiter Ergebnisse: http://race.xloc.at/web/8/Report/Main

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Vor dem Start …alt
… im Ziel
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